Inklusion

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Inklusion

Der Begriff Inklusion leitet sich vom Lateinischen Wort includere = einbeziehen ab und wird in Abgrenzung zum Begriff Integration benutzt. Inklusion in 80 Sekunden erklärt der Film der Aktion Mensch auf humorvolle Art.

Inklusion zielt darauf ab, jeden Menschen - unabhängig von Alter, Geschlecht, Status, Herkunft, Behinderung, Aussehen, etc. - von Anfang an, an allen Prozessen in unserer Gesellschaft teilhaben zu lassen. Eine inklusive Sichtweise schätzt die Einzigartigkeit jedes Menschen als Ressource und umfasst alle gesellschaftlichen Bereiche.

Inklusive Bildung und Inklusive Schule bedeuten demnach eine Schule für alle, eine Pädagogik der Vielfalt und gemeinsames Leben und Lernen in der Institution Schule unter Berücksichtigung jedweder Individualität. Das Interview mit Herrn Prof. Dr. Wocken finden Sie hinter diesem Link.

Inklusion ist umfassender als Integration und meint den gesamtgesellschaftlichen Anspruch niemanden auszuschließen und fordert von der Gesellschaft und vom Staat Ressourcen, Strukturen und Maßnahmen zur Umsetzung von Chancengerechtigkeit und Teilhabe ein.

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist seit März 2009 geltendes Bundesrecht – alle Träger staatlicher Gewalt (Bund, Länder, Kommunen) sind verpflichtet, angemessene Vorkehrungen zu treffen, um das Abkommen (schrittweise) umzusetzen. In Artikel 24 (Bildung) verpflichten sich die Vertragsstaaten, das Recht auf Bildung für Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung in einem inklusiven Schulsystem zu gewährleisten. Zentraler Auftrag ist für Deutschland nicht die Umsetzung des „Rechts auf Bildung“, sondern dessen Realisierung in einem inklusiven System – dabei kann NRW an eine jahrzehntelange Tradition des Gemeinsamen Unterrichts anknüpfen, auch wenn diese Integrationsform nicht der „Regelfall“ war. (Quelle: MSW)


Die Entwicklung der sonderpädagogischen Förderung in NRW

1966 Schulpflicht für „Geistig Behinderte“

1978 Schulpflicht auch für Schülerinnen und Schüler mit Schwerstmehrfachbehinderung

1980 Schulversuche zum Gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schülern

1994 Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG ergänzt: Benachteiligungsverbot

1995 Gesetz zur Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung: Pluralität der Förderorte, Schulversuche zum GU in der Sekundarstufe I - zieldifferent

1997/98 BVerfG, NJW 1997, 131 (132 f.): Der Staat muss grundsätzlich gemeinsames Lernen ermöglichen. Entscheiden sich die Eltern für gemeinsames Lernen, trifft die öffentliche Hand die Beweislast, wenn sie dennoch den Besuch einer Förderschule für erforderlich hält.

2005 Einheitliches Schulgesetz Nordrhein-Westfalen (Bündelung aller schulgesetzlichen Vorschriften) Gleichwertigkeit von Förderschule und allgemeiner Schule

2005 Erlass „Integrative Lerngruppe“: Zieldifferente Förderung in der Sekundarstufe I

2008 Schulversuch „Ausbau von Förderschulen zu Kompetenzzentren für sonderpädagogische Förderung“

Dez. 2010 Landtagsbeschluss, UN-Konvention zur Inklusion in der Schule umsetzen“

Dez. 2010 VV zu § 37 AO-SF: Aus der Kann-Vorschrift wurde eine Soll-Vorschrift

16. Oktober 2013 9. Schulrechtsänderungsgesetz: Zentrales Anliegen dieses Gesetzes ist, dass das Gemeinsame Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf zur Regel wird. Eltern und Erziehungsberechtigte von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf können seit dem Schuljahr 2014/15 wählen, ob ihr Kind eine Regelschule oder eine Förderschule besuchen soll.

16.Oktober 2013: Neue Verordnung über die Mindestgröße der Förderschulen: Die Ausnahmeregelung die eine Unterschreitung der Mindestgröße erlaubt wird aufgegben. Dies führt zur Veränderung (Schließung und Zusammenlegung) der Förderschullandschaft.

29. September 2014: AO-SF: Änderung der Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung. (Quelle: MSW)


Aktuelle bildungspolitische Informationen sowie einen Überblick über die Entwicklungen, Gesetze und Verordnungen erhalten Sie auf den Internetseiten des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW (MSW).

Den offiziellen Flyer und die Sonderausgabe Inklusion von Schule NRW können Sie herunterladen oder bestellen.

Filme zum Thema Inklusion können Sie hinter diesem Link sowie hierabrufen.

Auch die Seiten der Kultusministerkonferenz (KMK) bietet weitere Informationen.


Weitere Informationen, Recherchemöglichkeiten und Aktuelles finden Sie auf den Internetseiten der Aktion Mensch, der Universität Köln, der UNESCO-Kommission und den Seiten von Ines Boban und Andres Hinz.

Hier finden Sie Literaturempfehlungen zu den Schwerpunkten Werte und Haltungen sowie zum Schwerpunkt Praxis Schule.

Didaktische und methodische Anregungen und Methoden finden Lehrerinnen und Lehrer im Didaktikpool sowie im Methodenpool der Universität Köln.

Fakten zum Thema Inklusion.

Lernmedien und Fortbildungsangebote finden Sie auch learn:line NRW.


Inklusion umsetzen in Schule bedeutet Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Unterstützung bietet auch QUA-LiS. Zum Angebot und zu Materialien und Handreichungen gelangen Sie hier.


Materialien und Fachliteratur finden Sie im Schulmedienzentrum.




Beispiele aus anderen Bundesländern:

Hessen: REBUS (Regionale Beratung- und Unterstützungsstelle) Hochtaununskreis


Internationale Beispiele:

STC Group